CHRISTUSKIRCHE
KÖLN

Architektur – Ein einzigartiges Bauvorhaben, das den Bedarf einer Großstadt an Wohn- und Nutzraum mit dem Bedürfnis nach Verwurzelung verbindet.

Die 1894 errichtete Christuskirche im Belgischen Viertel Kölns ist ein sakrales Architekturdenkmal und als zweithöchste Kirche der Stadt ein Wahrzeichen der evangelischen Gemeinde. Der prachtvolle, neogotische Kirchturm, der historische Gewölbekeller sowie Teile der Empore stehen unter Denkmalschutz und wurden nach der Zerstörung im Krieg aufwändig saniert. Die damals provisorisch errichtete Hallenkirche wurde jedoch auf Vorschlag der Architekten abgerissen und durch ein neues, lichtdurchflutetes Kirchenschiff ersetzt. Neben der Nutzung als Kirche wurden exklusive Wohn- und Gewerberäume geschaffen.

Die Herausforderung im Umgang mit diesem Architekturdenkmal liegt in der Verbindung von sakral- und profangenutzten Gebäudeelementen. Turm, Kirchraum, Wohn- und Gewerbeeinheiten stehen in direkter Raumbeziehung zueinander. Zwei fünfgeschossige, skulptural gestaltete Baukörper stehen nun seitlich zum denkmalgeschützten Kirchturm und bilden gemeinsam mit ihm ein Ensemble sakralen Ausdrucks. Es entsteht das Bild einer überwältigenden Kirche. Die den Turm flankierenden Riegel stellen dabei die überdimensionierten Kirchmauern dar. Sie bieten Platz für 21 Mietwohnungen und acht moderne Gewerbeflächen. Durch die zurückgenommene Fassade in schlichtem Weiß wird eine harmonische Verbindung zwischen der historischen Bausubstanz und dem Neubau hergestellt. Eingefasste Loggien unterstreichen die Wirkung der skulpturalen Form. Der Außenraum wurde als sakraler Garten formuliert. Die Flachdächer sind zur Verbesserung des Stadtklimas begrünt.

In den zwischen den Wohnriegeln entstandenem Raum wurde das Dach für das Herzstück des Entwurfs, den neuen Kirchraum, gehängt. Das lichtdurchflutete Kirchenschiff, in das die historische Orgelempore integriert ist, besticht aber nicht nur durch seine besondere Raumwirkung, sondern auch die künstlerisch gestalteten Fenster und die mit symmetrischen Kreuzen perforierte Cortenstahlfassade. Im Zuge des Umbaus wurde auch das historische Rosettenfenster des Kirchturms freigelegt. Durch das hierdurch einfallende natürliche Licht wird eine atmosphärische Verbindung zwischen dem historischen Gebäudeteil und dem neuen Kirchenschiff geschaffen. Der neue, multifunktional nutzbare Kirchraum umfasst etwa 200 Plätze.

Die Neugestaltung der Christuskirche entspricht den modernen Ansprüchen und Bedürfnissen der heutigen Gemeinde. Unter Leitung der Arbeitsgemeinschaft Klaus Hollenbeck Architekten | MAIER ARCHITEKTEN sind 5.200 qm Raum entstanden, auf denen sich Urbanes, Kultur, Integration und Glaube vereinen.

Auftraggeber: Evangelische Gemeinde Köln
Zeitraum: 2013-2016
Arbeitsgemeinschaft
Klaus Hollenbeck Architekten
MAIER ARCHITEKTEN

Ensemble mit sakralem Ausdruck
Ensemble mit sakralem Ausdruck
Zurückhaltende Fassade - durchfensterter Wohnflügel mit zurückgenommenen Loggien
Zurückhaltende Fassade - durchfensterter Wohnflügel mit zurückgenommenen Loggien
Tragendes Element - das Dach des neuen Kirchenschiffs wurde zwischen die Gebäuderiegel gehängt, um den historischen Gewölbekeller statisch zu entlasten
Tragendes Element - das Dach des neuen Kirchenschiffs wurde zwischen die Gebäuderiegel gehängt, um den historischen Gewölbekeller statisch zu entlasten
Einfühlsame Verbindung von historischer Bausubstanz und Neubau
Einfühlsame Verbindung von historischer Bausubstanz und Neubau
Die perforierte Cortenstahlfassade des neuen Kirchenschiffs
Die perforierte Cortenstahlfassade des neuen Kirchenschiffs
Das Lichtkonzept geht auf - die Flügel nehmen jede Stimmung dankbar an
Das Lichtkonzept geht auf - die Flügel nehmen jede Stimmung dankbar an
Der neue Kirchraum - die denkmalgeschützte Orgelempore wurde behutsam integriert
Der neue Kirchraum - die denkmalgeschützte Orgelempore wurde behutsam integriert
Der neue Kirchraum - Blick von der Empore
Der neue Kirchraum - Blick von der Empore
Der neue Kirchraum - Blick auf den Altarbereich
Der neue Kirchraum - Blick auf den Altarbereich

* Fotos © Axel Hartmann

Skizzenentwurf Klaus Hollenbeck 2013
Skizzenentwurf Klaus Hollenbeck 2013
Städtebauliches Modell
Städtebauliches Modell
Modell der Christuskirche
Modell der Christuskirche
Rendering - Kameraperspektive s/w städtebauliche Sicht, © Sven Röttger
Rendering - Kameraperspektive s/w städtebauliche Sicht, © Sven Röttger

Ideenentwicklung zur Fassadengestaltung des Kirchenschiffs